Begriffserklärung

Charterflug
Der Begriff Charterflug bedeutet in Abgrenzung zum Linienflug, dass ein Reiseveranstalter bei einer Fluggesellschaft auf eigenes Risiko Flugplätze chartert/einkauft, um sie beispielsweise mit Unterkünften in einem Hotel und einem Transfer vom Flughafen zum Hotel zu einer Pauschalreise zu bündeln und mit einem Gesamtpreis zu verkaufen.

Der Charterflug ist im Gegensatz zum Linienflug eine nur gelegentlich bzw. zu bestimmten Anlässen betriebene Beförderung von Personen und Gütern (Gelegenheitsverkehr, Bedarfsflugverkehr, Orderverkehr oder Anforderungsverkehr). Im internationalen Luftrecht wird der Charterflug "Non-Scheduled Traffic" genannt. Der Begriff Charterverkehr ist v.a. im Flugverkehr üblich (Urlaubsreiseverkehr); im Güterseeverkehr wird er meist als Trampschifffahrt bezeichnet.

Flugzeug
Ein Flugzeug ist ein Luftfahrzeug, das schwerer als Luft ist und für die Erzeugung des Auftriebs und für seine Steuerung aerodynamische Effekte innerhalb der Erdatmosphäre nutzt.

Das Prinzip des aerodynamischen Flugs wird durch unterschiedliche Bauweisen verwirklicht, denen gemeinsam ist, dass ein dynamischer Auftrieb erzeugt wird. Im Gegensatz zu Luftfahrzeugen, die leichter als Luft sind und den statischen Auftrieb nutzen (wie Ballone oder Luftschiffe), entsteht der Auftrieb bei Flugzeugen erst, wenn die Luft die festen oder beweglichen Tragflächen umströmt.

Großraumflugzeug
Ein Großraumflugzeug (engl. wide body wörtlich übersetzt breiter Körper) ist ein Flugzeug mit mehr als 5 m Rumpfdurchmesser und mindestens zwei Gängen (englisch: Twin Aisle) in der Passagierkabine.

Im Vergleich zu Flugzeugen mit einem Gang, etwa den Standardrumpfflugzeugen, bietet der große Rumpfdurchmesser eine Reihe von Vorteilen:
* Die beiden Gänge beschleunigen den Ein- und Aussteigevorgang und somit das Abfertigen der Maschine.
* Der Frachtraum fällt deutlich größer aus.
* Die Passagiere haben durch den breiten Rumpf ein deutlich großzügeriges Raumgefühl und der Passagierraum wirkt kaum noch als Röhre, was als angenehm empfunden wird.
* Die Oberfläche des Flugzeugs bezogen auf sein Volumen ist geringer. Damit ist der Luftwiderstand pro Passagier niedriger, was jedoch durch den höheren Anteil der zwei Gänge an der Kabinenbreite und die schlechte Nutzung der Höhe der Kabine wieder relativiert wird. Man könnte auch sagen: Die umspülte Rumpfoberfläche ist proportional zum Quadrat der Kabinenbreite eines kreisförmigen Rumpfdurchmessers. Dagegen wächst das Volumen des Flugzeugs kubisch mit dem Rumpfdurchmesser.
* Die Länge des Flugzeugs ist geringer als bei einem Schmalrumpfflugzeug mit gleicher Passagierkapazität. Dies verringert die Gefahr, dass das Heck bei Start oder Landung aufsetzt (sogenannter Tailstrike). Allerdings besteht dieses Problem auch bei Großraumflugzeugen, die sehr lang sind (A340-600).
* Bei einem Notfall zu Beginn des Fluges kann für die Notlandung Kerosin abgelassen werden (Fuel Dumping - Treibstoffnotablass). Bei einigen zweistrahligen Großraumflugzeugen für die Mittelstrecke wird optional auf den Treibstoffnotablass verzichtet, so dass sie den Treibstoff durch Warteschleifen-Fliegen verbrauchen müssen.

als Nachteile sind zu erwähnen:
* Die Passgierkapazität von Großraumflugzeugen kann nicht soweit verringert werden wie bei Standardrumpfflugzeugen, da der Rumpf nicht so stark gekürzt werden kann wie es dafür erforderlich wäre.
* Großraumflugzeuge sind nur auf Strecken mit entsprechend hoher Passagierzahl wirtschaftlich einsetzbar.

Letztlich ermöglichen Großraumflugzeuge höhere Passagierzahlen bei geringeren Transportkosten pro Passagier (Skaleneffekte). Sie haben dadurch erst Interkontinentale Flugreisen für die breite Masse erschwinglich gemacht.

Die ersten Großraumflugzeuge waren die Boeing 747, die McDonnell Douglas DC-10, die Lockheed L-1011 TriStar und der Airbus A300. Der Airbus A300, und der von ihm abgeleitete kleinere Airbus A310, sind bis heute die einzigen Großraumflugzeuge, die für Kurz- und Mittelstrecken konzipiert wurden, alle anderen gehören zu den Kategorien der Mittelstreckenflugzeuge und Langstreckenflugzeuge. Hinzu sind bis heute die Boeing 767, die Boeing 777, die McDonnell Douglas MD-11, der Airbus A310, Airbus A330, der Airbus A340 und die russischen Typen Iljuschin Il-86 und Il 96 gekommen.

Großraumflugzeuge erzeugen proportional zu ihrer Masse starke Wirbelschleppen, deshalb ist es im Funkverkehr mit Flughäfen üblich, den Hinweis Heavy an das Rufzeichen anzuhängen. Sie verlangen außerdem vom Piloten eine gewisse Flugerfahrung; die Fluggesellschaft Emirates bspw. verlangt für einen ersten Offizier 4000 Flugstunden, davon 2000 Stunden in einem Multicrew-Flugzeug. Im Cargobereich sind die Anforderungen etwas geringer, Lufthansa Cargo erwartet bspw. 1000 Stunden auf Jet- oder Turbopropmaschinen.

Kurzstreckenflugzeug
Ein Kurzstreckenflugzeug ist ein Flugzeug, das bei Flugstrecken ohne Zwischenlandung bis etwa 1500 km am wirtschaftlichsten einzusetzen ist.

Häufig sind Kurzstreckenmaschinen Turbopropmaschinen, verfügen über eine gewisse Kurzstarteigenschaft, um auch von kleineren Flughäfen eingesetzt werden zu können und verfügen an Bord nur über eingeschränkte Unterhaltungsmöglichkeiten. Sie werden auch als Commuterflugzeuge oder Zubringerflugzeuge bezeichnet.

Landeklappen
Eine Landeklappe, auch Flap genannt, ist die einfachste Form der Auftriebshilfe. Es ist eine ausfahrbare Verlängerung am hinteren Ende der Tragfläche. Sie erzeugt den beim Landeanflug notwendigen Auftrieb und ermöglicht somit den (An-)Flug mit verminderter Geschwindigkeit des Flugzeugs. Bei Segelflugzeugen werden die Gleiteigenschaften durch optimale Einstellung der Wölbklappe zwischen der positiven Landestellung und der negativen Schnellflugstellung optimiert. Bei Kunstflugzeugen können die Landeklappen gegensinnig mit dem Höhenruder ausgeschlagen werden (z. B. die Gegenklappen des Hirth Acrostar), bei Segelkunstflugzeugen wurden sie sogar schon vollständig automatisch angesteuert.

Klappen werden normalerweise auf beiden Seiten der Flügel im gleichen Winkel ausgefahren. Wenn sie jedoch mit dem Querruder gekoppelt sind, spricht man vom Flaperon, wie etwa bei der F-16 Fighting Falcon verwendet. Bei einigen Flugzeugen werden beim Ausfahren der Landeklappen auch die Querruder gleichsinnig abgesenkt (z. B. Messerschmitt Bf 109E).

Langstreckenflugzeug
Ein Langstreckenflugzeug ist ein Flugzeug, das bei Flugstrecken ohne Zwischenlandung ab etwa 5.000 km am wirtschaftlichsten einzusetzen ist. Ab einer Reichweite von 13.000 km, manchmal auch erst ab 15.000 km spricht man von Ultralangstreckenflugzeugen.

Langstreckenmaschinen werden auch heute noch oft viermotorig ausgeführt, um bei der Streckengestaltung freizügig vorgehen zu können, allerdings geht der Trend eindeutig zu zweistrahligen Maschinen.

Da die Fluggäste bis zu 15 Stunden an Bord verbringen, sind Langstreckenflugzeuge oft im Verhältnis zu Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen mit sehr umfangreichen Unterhaltungsmöglichkeiten ausgestattet. Beim A380 erreicht die dafür notwendige Kabinenausstattung und die damit verbundene Differenziertheit der individuellen Flugzeuge für unterschiedliche Kunden eine solche Komplexität, dass dies die Auslieferung nach offiziellen Angaben um voraussichtlich 6-7 Monate verzögern wird.

Mittelstreckenflugzeug
Ein Mittelstreckenflugzeug ist ein Flugzeug, das bei Flugstrecken ohne Zwischenlandung etwa zwischen 1500 km und 5000 km am wirtschaftlichsten einzusetzen ist.

Häufig sind Chartermaschinen für den Urlauberverkehr Mittelstreckenmaschinen, die über eine sehr dichte Bestuhlung verfügen.

Passagier- Verkehrsflugzeug
Ein Verkehrsflugzeug ist ein Flugzeug, das von Fluggesellschaften, Frachtflugunternehmen und Privatbetreibern im öffentlichen Verkehr betrieben wird und dessen hauptsächlicher Einsatzzweck der kommerziell ausgerichtete Transport von Passagieren oder Frachtgut ist.

Die in einem Verkehrsflugzeug vorhandene Ausstattung und der angebotene Komfort richtet sich nach der Art der Fluggesellschaft (siehe auch Billigfluggesellschaft) und der gebuchten Beförderungsklasse (First, Business und Economy), sowie auch der Wünsche der Privatbetreiber und bedürfnisse der Frachtbetreiber.
Moderne Verkehrsflugzeuge sind mit einer Druckkabine ausgerüstet, um den Luftdruck im Inneren der Kabine auch in großen Flughöhen auf einem für Menschen normalen Niveau halten zu können. Des Weiteren betreibt jedes Verkehrsflugzeug eine Klimaanlage.

Ein Düsenverkehrsflugzeug ist ein von Strahltriebwerken oder auch Propellern angetriebenes Verkehrsflugzeug.






Großraumflugzeug
Großraumflugzeug Airbus A330




Kurzstreckenflugzeug
Kurzstreckenflugzeug Fokker 100




Landeklappen
Landeklappen




Langstreckenflugzeug
Langstreckenflugzeug Airbus A380




Mittelstreckenflugzeug
Mittelstreckenflugzeug
McDonnell Douglas DC-9